Die Auferstehungshistorie in St. Severi

Beeindruckende Aufführung

Rund 70 Sänger und fünf Musiker brachten das geistliche Chorwerk von Heinrich Schütz zu Gehör

Zahlreiche Sänger der Kantorei Land Hadeln und vom Otterndorfer Chor St. Severi übernahmen die gesungenen Worte von Jesus, von Maria Magdalena und anderer handelnder Personen der Ostergeschichte.

Tenor Knut Schoch und Kreiskantor Kai Rudl (r.) bei der Aufführung.

Wenn es am Sonntagabend in der Otterndorfer Altstadt keine Parkplätze mehr gibt, muss in der St.-Severi-Kirche etwas ganz Besonderes los sein. So war es auch am vergangenen Wochenende. Rund 70 Sänger und fünf Musiker brachten die Auferstehungshistorie von Heinrich Schütz zu Gehör und ernteten dafür wahre Beifallsstürme.

Gab es im vergangenen Jahr “schwere Kost” bei der Inszenierung der Markus-Passion von Johann Sebastian Bach, so überwogen dieses Mal die leichten, freudigen Töne. Schließlich ging es nicht wie damals an Karfreitag um den Tod Jesu am Kreuz, sondern um seine Auferstehung.

Damit wurde der Fortgang der biblischen Geschichte dem Publikum erneut in einer vertonten Form dargeboten. Als sogenannte Harmonie, eine Zusammenfassung aller vier Evangelien, hatte Heinrich Schütz sein Werk im Jahr 1623 zur Uraufführung gebracht. Ein Stück mit dem Charakter einer Oper, das die Musiker und Sänger vor große Herausforderungen stellte. Die schnellen Rollenwechsel im Text, verbunden mit den Veränderungen im Rhythmus, meisterten sie nach fast neunmonatiger Vorbereitungszeit und zahlreichen Proben gekonnt.

Der Tenor Knut Schoch brillierte in der Rolle des Evangelisten, also des Erzählers. Der stimmgewaltige Chor, zusammengesetzt aus der Kantorei Land Hadeln und dem Otterndorfer St.-Severi-Chor, setzte dazu einen beeindruckenden Kontrapunkt. Zahlreiche Solisten aus dem Chor, wie etwa Regina Bolten, Merrit Sieden, Ilse Tiedemann, Elisabeth Macrander, Heinrich Knoke, Klaus Erbacher und Karl-Heinz Pütz, teilten sich die Rollen der drei Frauen und zwei Männer, der Jünglinge und der Engel am Grab. Hilke Lange und Veit-Jacob Walter übernahmen die Rolle des Jesus. Das Instrumentalensemble, bestehend aus Ursula Fiedler, Katarzyna Westerhaus, Arne Westerhaus und Karl-Hermann Jellinek, begleitete gemeinsam mit Anna Scholl den Chor. In Szene gesetzt wurde das Stück von Kreiskantor Kai Rudl.

400 Zuhörer begeistert

Weit über 400 Zuhörer verfolgten gebannt die biblische Geschichte, die mit den Worten endete: “Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Jesum Christum, unsern Herren! Victoria!” Einen Sieg hatten auch die Künstler errungen. Sangen und spielten sie sich doch in die Herzen der Konzertbesucher und ernteten dafür minutenlangen stehenden Applaus.

Fotos und Text: Thomas Schult

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2018-04-29T18:26:20+00:00 29. Apr. 2018|Aktuelles, Allgemein|