59. Aktion “Brot für die Welt”

“Unser täglich Brot gib uns heute“ beten wir im Vaterunser. Dabei ist uns nicht immer bewusst: Grundlage für alles, was wächst, ist Wasser. Grundlage für unser aller Leben ist Wasser. Während wir genügend Wasser aus unseren Wasserhähnen zur Verfügung haben, ist das für Milliarden Menschen auf der Erde ein Problem, das eher zunimmt. In unserem Gemeindebrief ist nicht genug Platz für all die Informationen, die man auf der Homepage von „Brot für die Welt“ lesen kann. Zunehmender Wassermangel durch die Erderwärmung in vielen Gebieten Afrikas. Fäkalienverseuchtes Wasser für 1,8 Milliarden Menschen in der Welt. Ausbeutung der erschöpflichen Grundwasservorräte durch die Agrarindustrie rund um den Weltball. Verseuchung von Flusssystemen durch die Ausbeutung von Rohstoffen. Auch Deutschland verbraucht 20% des Wassers aus anderen Ländern, die Baumwolle, Fleisch oder Feldfrüchte liefern. Es ist deutlich: es sind Probleme der Politik und der Weltwirtschaft, die eine gerechte Verteilung dieser Lebensgrundlage Wasser verhindern. Was die Spendenmittel von „Brot für die Welt“ bewirken können, ist begrenzt. Aber es hilft Menschen mit relativ übersichtlichen Mitteln, ihre Lebenssituation grundlegend zu ändern. Partnerorganisationen sorgen für eine nachhaltige Veränderung: In Vietnam über Wassertanks, die Regenwasser auffangen, filtern und dadurch Krankheiten beseitigen. In Kenia durch Bau von Regenwasserzisternen und Wasserleitungen zu den Dörfern. Endlich sauberes Wasser und Zeit für den Anbau von Pflanzen. In Peru durch ein gepflegtes Leitungssystem und die sparsame Beregnung von
Plantagen. Geholfen wird auch Kindern mit HIV-Infektionen in armen Gegenden Russlands und afrikanischen Kindern mit geradezu biblischen Behinderungen wie Taubheit. Gebärdensprache holt sie in die Gemeinschaft und lässt sie eifrig lernen. Ja, es sind alles übersichtliche Programme, die Partnerorganisationen aus den betroffenen Ländern dank der Spenden aus Deutschland in die Lage versetzten, den Mittellosen und Armen ein gewisses Maß an Lebensqualität zurückzugeben. Es ist nicht nur Almosen. Die Menschen hierzulande – selbst noch die Armen – nutzen weit mehr als uns zusteht. Auf Kosten zunehmender Armut in aller Welt. In Frieden leben, nicht von verzweifelten Flüchtlingen aus aller Welt um Hilfe gebeten zu werden: das geht nur, wenn wir mehr Gerechtigkeit herstellen. Die diesjährige Aktion „Brot für die Welt“ ist eine Gelegenheit für alle, sich daran zu beteiligen. In der Advents- und Weihnachtszeit sammeln wir in den Gottesdiensten dafür. Aber es besteht auch die Möglichkeit, Geld zu überweisen und steuerlich zu berücksichtigen. Das ist dann auch eine politische Einflussnahme auf verfehlte wirtschaftliche und politische Zielsetzungen in unserem Land. Reinhard Krause

2017-12-06T17:31:27+00:00 1. Dez. 2017|Aktuelles|